ZTU ( Nase und Linien, ab denen keine Umwandlung mehr auftritt) / Martensit und Austenitisierung

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  • So wie ich das verstanden habe:
    Härten = Austenisieren (Martensitbildung)
    Vergüten = Austenisieren + Anlassen
    Beim Anlassen vermindert sich die Festigkeit wieder. Verformungsfähigkeit und Zähigkeit nehmen zu. Ich denke, dass beim anlassen die Diffusion kontrolliert angeregt wird.
  • Etwas ausführlicher:

    Kühlt man Stahl langsam ab so besteht es bei Raumtemperatur i.d.R. aus Perlit- und Ferritgefüge. Erwärmt man den Stahl so ändert sich das Gefüge (Allotropie = bei unterschiedlichen Temp. nimmt Stahl unterschiedliche Gitter an, siehe F-C-Diagramm) und es stellt sich beim überschreiten einer gewissen Temp. ein Austenitgefüge ein.

    Austentigefüge = kfz
    Ferritgefüge = krz

    Kühlt man den Stahl nun schnell genug ab (kritische Abkühlrate) haben die im kfz-Gitter eingelagerten C-Atome keine Zeit um heraus zu diffundieren und werden im Gefüge eingeschlossen, sodass das eigentlich krz-Gitter (Ferrit) tetragonal verzerrt wird, wodurch Verspannungen entstehen, die den Stahl "härter" machen --> dieses Gefüge nennt man Martensit. Austenit liegt nur bei hohen Temp. vor (kfz-Gitter). Allerdings beschränken die entstehenden Verspannungen auch die Bildung von weiterem Martensitgefüge, daher die "Nase" im ZTU-Schaubild. Das ganze ist abhängig vom Kohlenstoffgehalt, der Austenitisierungstemp. und der Keimanzahl.

    Beim Vergüten erwärmt man den gehärteten Stahl um ein Teil der inneren Spannungen zu "lösen", sprich der Kohlenstoff bekommt etwas Zeit zum raus diffundiern, dadurch nimmt die Härte und die Zugfestikeit ab und die Zähigkeit nimmt zu.
    Wenn Bier keine Antwort ist, ist die Frage unwichtig!
    Forenregeln
  • Das habe ich auch so verstanden, nur hätte ich noch eine Frage dazu. Wieso hat ein T4 Werkstoff (Lösungsgeglüht und Kaltausgelagert) eine geringe Festigkeit? (Foliensatz: Leichtbau Seite 34)
    Unmittelbar nach dem Lösungsglühen besitzt er ja eine sehr hohe Festigkeit durch das Martensitgefüge. Verliert der Werkstoff dieses Gefüge durch das Kaltauslagern?