Input: Empfehlungsschreiben selbst schreiben

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  • Input: Empfehlungsschreiben selbst schreiben

    Hey!

    Ich stehe kurz vor dem Ende eines Praktikums, dass sich an meine Masterarbeit angeschlossen hat und bin nun auf der Jobsuche mehrfach darauf angesprochen worden, ob ich denn ein Empfehlungsschreiben von meiner Betreuerin im Unternehmen vorlegen könnte. Sie ist der Idee gegenüber sehr offen, hat aber keinen Bock sowas zu schreiben. Deswegen soll ich es quasi selbst schreiben und ihr dann zum Gegenlesen und eventuell/hoffentlich/vielleicht unterschreiben geben.

    Hat jemand irgendwelche Erfahrungen damit, oder vielleicht sogar schon mal ein Empfehlungsschreiben bekommen und würde mir ein paar Tipps geben, was da so drinsteht und wie man das formuliert?

    Nach ein bisschen googlen hat man den Eindruck, dass das total die Codesprache ist, wo es wirklich auf jedes einzelne Wort ankommt...

    Vielen Dank!

    DMK
  • Ganz ohne gegooglet zu haben:

    Das glaube ich eigentlich nicht, da du Empfehlungsschreiben ja normalerweise von Vorgesetzten erhältst und diese aus zig verschiedenen Richtungen stammen. Da wird wohl keiner "den Kurs zum Schreiben von Empfehlungsschreiben" besucht haben. Authentisch wäre daher wohl genau das Gegenteil von "Codesprache".

    Allerdings ist der Wert eines Empfehlungsschreibens natürlich ein wenig fragwürdig, wenn man sich letztlich selbst empfiehlt.
  • ja...also das mit dem verlorengehenden Wert ist sicher wahr, aber nunmal die einzige Möglichkeit, da meine Betreuerin es sonst wohl gar nicht macht. Und ich muss ja wenn ich es vorlege auch nicht sagen: Hier ist mein Empfehlungsschreiben, hab ich aber selbst geschrieben...

    Es geht halt darum, dass erfahrene Vorgesetzte sich da wohl in total den Standardfloskeln ergehen und manche davon wohl "quasi codiert" beinhalten, was sie wirklich denken. (stets zufriedenstellend =! zur vollsten Zufriedenheit .... und solchen Quatsch).

    Also nochmal: wenn jemand sowas hat, würde ich mich freuen, wenn ich mal drüberlesen dürfte oder sowas, ansonsten wird ich mich wohl mit Googles Hilfe ins Getümmel stürzen und mal gucken was rauskommt..
  • Hi also ich kann dazu sagen, dass Empfehlungsschreiben etwas sehr persönliches sind. Zb empfiehlt dich ein Praktikumsbetreuer wird er sehr darauf eingehen, was du während des Praktikums gemacht, also wie du dich in Teams, Aufgaben, etc eingefunden hast.
    Er schreibt also seine Meinung über deine Leistung und da es ein Empfehlungsschreiben ist verbürgt er sich sozusagen für die Aussagen (im Gegensatz zu Zeugnissen, die von der Personalabteilung geschrieben werden nachdem ein kurzer Feedbackbogen ausgefüllt wurde).
    Am Schluss weißt der Schreiber nochmal auf deine Qualitäten hin, empfiehlt dich und gibt die Möglichkeit ihn selbst zu kontaktieren, falls Fragen auftauchen.
    So ist es zumindest bei meinem Schreiben.

    Edit: diese "Standardfloskeln" kommen bei der Beschreibung deiner Leistung wirklich zum Einsatz, das ist die Sprache der Personaler ;)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von test123 ()

  • Ich verstehe es ehrlich gesagt gar nicht...
    Du hast Master Thesis gemacht, dann Praktikum (im selben Betrieb oder in einem anderen?) und jetzt suchst du woanders einen Job. Und wer soll dir wofür dein Empfehlungsschreiben ausstellen? Der Betreuer von Praktikum oder Thesis? Oder ist der ein und derselbe?
    Also ein Praktikumszeugnis muss der Betrieb dir sowieso ausstellen!
    Ich guck hier nur so rum
  • Also es ist derselbe Betrieb und derselbe Betreuer. Ein Praktikumszeugnis weiss ich ehrlich gesagt nicht, ob ich eins bekomme, ich würde im Moment aus dem Bauch heraus, aber auch eher nein sagen. Das ist ja dann aber auch nicht das gleiche, wie ein Empfehlungsschreiben (oder?). Meine Praktikumszeugnisse sahen bis jetzt immer so aus, dass so grob die Randdaten (Zeitraum, Dauer, Namen) genannt wurden und dann ne (tabellarische) Auflistung der Aufgaben/gesammelten Erfahrungen (Löten, Fräsen, etc.). Jetzt brauche ich (oder es wäre super) einen Fließtext nach dem Motto: "... hat mit seiner umgänglichen Art zum kollegialen Arbeitsklima beigetragen. War stets pünktlich und hat seine Aufgaben mit viel Elan erfüllt". Oder irgendsoein Quatsch...
  • In so 'ne Bewertung kann natürlich viel reininterpretiert werden.
    Ein paar Dinge sind weit verbreitet, google das mal.
    Beispielsweise "hat sich stets bemüht" => Warum war er nicht erfolgreich?
    "er war stets pünktlich" => Ist doch eine Grundvoraussetzung, anscheinend hat man nichts anderes gefunden, was er gut gemacht hat...
    Ist natürlich nicht sehr seriös vom Unternehmen, wenn du dich selbst um den Text kümmern musst.
  • Um nochmal drauf hinzuweisen. Ein Arbeitszeugnis ist nicht das gleiche wie ein Empfehlungsschreiben. Ersterer steht dir gesetzlich zu, letzteres nicht. Man unterscheidet dabei zwischen einfachen Arbeitszeugnissen (rel. kurz und nur auf die Tätigkeiten beschränkt, die man durchgeführt hat) und qualifizierten Arbeitszeugnissen (Schwerpunkt liegt hier vor allem auf deinem Arbeitsverhalten bzw. das was du mit "Fließtext" bezeichnet hast). In letzterem kommen dann auch vermehrt "Codesätze" dazu. Soweit ich weiß, sind die meisten Personalabteilungen mit dem Schreiben solcher Texte vertraut und setzen sie tatsächlich aus einzelnen Bausteinen zusammen. Anhand der Adjektive kannst du dann auch übrigens abschätzen, wie dein Praktikum eingeschätzt wird (Erwartungen übertroffen, stets zur vollsten Zufriedenheit=1, zur vollen Zufriedenheit = 2, ...).​Geeignete Ansprechperson ist in diesem Fall übrigens eher deine Verantwortliche aus der Personalabteilung.
  • Marjan schrieb:

    Soweit ich weiß, sind die meisten Personalabteilungen mit dem Schreiben solcher Texte vertraut und setzen sie tatsächlich aus einzelnen Bausteinen zusammen. Anhand der Adjektive kannst du dann auch übrigens abschätzen, wie dein Praktikum eingeschätzt wird (Erwartungen übertroffen, stets zur vollsten Zufriedenheit=1, zur vollen Zufriedenheit = 2, ...).​Geeignete Ansprechperson ist in diesem Fall übrigens eher deine Verantwortliche aus der Personalabteilung.


    Das muss nicht immer die Personalabteilung sein. In meinem Fall hat mein Betreuer mir Noten/Punkte/Zahlenwerte gegeben aus denen die Personalabteilung dann, wie beschrieben mittels Bausteinen, das Zeugnis erstellt hat. Auf meinen Wunsch wurde das dann noch mit den relevanten Informationen für die Anerkennung des Praktikums beim Mech Center ergänzt. Mein Betreuer hat sich sogar die Zeit genommen und die Bewertung mit mir durchgesprochen (und vorher um eine Eigenbewertung gebeten), das war aber längst nicht bei allen Praktikanten der Fall.
  • DMK 87 schrieb:

    Ein Praktikumszeugnis weiss ich ehrlich gesagt nicht, ob ich eins bekomme, ich würde im Moment aus dem Bauch heraus, aber auch eher nein sagen.


    Soweit ich weiß sind sie aber dazu verpflichtet, dir ein Zeugnis auszustellen!

    Also hier mal ein kleiner Input für dich:

    Herr Franz Hoppelpoppel, geb. am 05. Januar 1902 in Wladiwostok, hat zwischen Oktober 1988 und Januarr 2016 im Rahmen eines Praktikums für die blabla GmbH gearbeitet. Seine Tätigkeiten in unserem Haus lassen sich wie folgt zusammenfassen:
    - Nase bohren
    - Wasserwagen nachfüllen
    - Rumsitzen
    Herr Hoppelpoppel zeichnete sich durch ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative aus, bei dem er die ihm übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit ausführte.Wir danken ihm für die sehr gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für seine berufliche und private Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.
    Ich guck hier nur so rum