Hintergrund
In Bauteilen aus grobkörnigen Nickelbasis-Superlegierungen, beispielsweise Leitschaufeln der Niederdruckturbine, haben lokale Materialeigenschaften einen maßgeblichen Einfluss auf die Bauteillebensdauer. Insbesondere Unterschiede in der Kornorientierung führen zu einem ausgeprägten anisotropen Werkstoffverhalten. Um den Einfluss dieser lokalen Anisotropie auf die Lebensdauer der Bauteile zu untersuchen, werden Versuche unter realitätsnahen Einsatzbedingungen durchgeführt. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Lokalisierung der Rissinitiierung sowie auf der Analyse der umgebenden Spannungs- und Dehnungsfelder. Zur Erfassung und Auswertung der Oberflächendeformationen kommen optische Messverfahren wie die Digitale Bildkorrelation (Digital Image Correlation, DIC) zum Einsatz.
Im Rahmen dieser Arbeit soll ein ultra-hochauflösendes Kamerasystem zur berührungs- und markierungsfreien Messung der Rissinitiierung in Betrieb genommen werden. Neben der konstruktiven Entwicklung und Inbetriebnahme des experimentellen Versuchsaufbaus soll eine bereits vorhandene Python-basierte Auswerteroutine erweitert werden, um lokale Verschiebungsfelder aus den aufgenommenen Bilddaten zu bestimmen und zu evaluieren. Die ermittelten Verschiebungen werden anschließend mit den Ergebnissen etablierter Methoden zur Charakterisierung anisotroper Dehnungsverteilungen verglichen, um die Leistungsfähigkeit und Eignung des neuen Kamerasystems für die Untersuchung lokaler Deformations- und Rissinitiierungsprozesse zu bewerten.
Arbeitspakete:
- Literaturrecherche zu elastischer Anisotropie und DIC
- Entwicklung eines Versuchsaufbaus für das DIC-Kamerasystem
- Erarbeitung einer Mess- und Auswerteroutine zur Bestimmung lokaler Dehnungsfelder
- Vergleich der Dehnungsfelder mit etablierten Analysemethoden
- Wissenschaftliche Dokumentation und Präsentation der Ergebnisse