Erfahrung mit Ingenieurdienstleistern

  • Hallo zusammen,


    die meisten aktiven hier sind wahrscheinlich noch mitten im Studium, trotzdem wollte ich mal fragen, ob es Leute mit Erfahrungen zu Ingenieurdienstleistern gibt?

    Man hört ja vieles, meist schlechtes darüber. Die Bewertungen im Internet sind oft aber gar nicht so schlecht (wobei bei sowas immer die Frage ist wie viele davon echt sind) und ich habe auch schon mit einer Person gesprochen, die es als Möglichkeit gesehen hat Einblicke in viele Bereiche zu bekommen und sich weiter zu bilden. Im Endeffekt denke ich, dass es stark abhängig von dem spezifischen Dienstleister sein wird.


    Also hat jemand von euch Erfahrungen die er teilen würde? ;)

    Vielen Dank!

  • Ich habe keine Erfahrungen, da ich noch nicht abgeschlossen habe. Aber ich habe mich näher mit dem Thema beschäftigt. Nach dieser Recherche sehe ich Ingenieur Dienstleister als die gleichen Ausbeuter wie Zeitarbeitsfirmen. Es wird natürlich alles schön geredet von wegen Kontakte zu großen Unternehmen, große Projekte usw. Aber im Endeffekt kassiert der Dienstleister das „große“ Geld. Dazu auch ein Video:



    Ausnahme sind die Firmen, die keine Arbeitskräfte verleihen. Die scheinen bessere Arbeitsbedingungen zu bieten.

  • Ich kann nur von der Erfahrung eines Kollegen den ich im Rahmen eines Projektes (Lufthansa Technik) kennengelernt habe:

    Kontra:

    - I.d.R. weniger Geld bei gleicher Arbeit

    - Du giltst als "Externer" und hast (zumindest in diesem Beispiel) keinen Anspruch auf Benefits des Unternehmens

    Pro:

    - Du lernst verschiedene Unternehmen, Bereiche und Branchen kennen und hast aufgrund von Projektarbeit eine steile Lernkurve

  • Was Ihr bei Ingenieurdienstleistern immer im Hinterkopf behalten solltet ist, dass Ihr vom Dienstleister an die (meistens) großen Firmen verliehen werdet um Spitzen abzudecken. Dadurch könnt Ihr keine Firmenzugehörigkeit aufbauen, geschweigeden in eine Betriebsrente einzahlen.


    Durch den Versicherungspflichtigen Job zahlt Ihr zwar in die gesetzliche Rentenkasse ein, was jedoch jenseits von 2030 irgendwann einmal als Rente rauskomen wird, man weiß es nicht.


    Ein tolles Ingenieursgehalt springt denke ich auch nicht heraus, da der Dienstleister wie ein Blutegel an deiner geleisteten Arbeit mitverdient.

  • Überbrückung von Lastspitzen ist natürlich grundsätzlich der Anlass für das Engagement externer Dienstleister. Allerdings reden wir hier von Zeiträumen, die in Monaten oder Jahren gerechnet werden. Ich hatte ein Angebot von einem der großen Dienstleister, da ging es um eine Projektdauer von zwei Jahren. Das ist für viele als "Erst-Job" gar nicht so schlecht, zumal - wie bereits schon geschrieben wurde - die Lernkurve bei diesen Unternehmen oftmals steiler ist. Danach kann man sich auch neu orientieren bzw weiß überhaupt, in welche Richtung man weiter laufen will. Und das Einstiegsgehalt liegt zwar auf einem Niveau, das unterhalb der großen Unternehmen liegt, aber es reicht trotzdem locker aus für den Einstieg. Mir wurden damals knapp 44.000 EUR brutto pro Jahr geboten. Damit wird man sicher nicht reich, aber am Hunger sterben tut man auch nicht. Die Unternehmen wissen schließlich auch, dass niemand zu denen kommt, wenn die zu schlecht bezahlen.


    Außerdem kann es sein, dass du nur über externe Dienstleister überhaupt einen Fuß in ein Unternehmen (bzw eine gewisse Abteilung) bekommst. Ein ehemaliger Studienkollege musste zwei Jahre über einen Dienstleister bei seinem heutigen Arbeitgeber, einem großen Automobilhersteller, arbeiten, bevor er übernommen wurde.


    Also meine persönliche Meinung ist, dass Ingenieurdienstleister grundsätzlich nichts sind, wo man alt werden möchte. Aber als Einstieg für ein bis zwei Jahre sind die gar nicht so schlecht, da man a) sich erstmal orientieren kann und b) viel Erfahrung sammelt.

    Hinweis: Die verwendeten Bezeichnungen Student, Vertreter, Absolvent, Professor o.ä. sind geschlechtsneutral zu verstehen und für Männer wie Frauen gleichermaßen gültig.
    Forenregeln

  • Überbrückung von Lastspitzen ist natürlich grundsätzlich der Anlass für das Engagement externer Dienstleister. Allerdings reden wir hier von Zeiträumen, die in Monaten oder Jahren gerechnet werden. Ich hatte ein Angebot von einem der großen Dienstleister, da ging es um eine Projektdauer von zwei Jahren. Das ist für viele als "Erst-Job" gar nicht so schlecht, zumal - wie bereits schon geschrieben wurde - die Lernkurve bei diesen Unternehmen oftmals steiler ist. Danach kann man sich auch neu orientieren bzw weiß überhaupt, in welche Richtung man weiter laufen will. Und das Einstiegsgehalt liegt zwar auf einem Niveau, das unterhalb der großen Unternehmen liegt, aber es reicht trotzdem locker aus für den Einstieg. Mir wurden damals knapp 44.000 EUR brutto pro Jahr geboten. Damit wird man sicher nicht reich, aber am Hunger sterben tut man auch nicht. Die Unternehmen wissen schließlich auch, dass niemand zu denen kommt, wenn die zu schlecht bezahlen.


    Außerdem kann es sein, dass du nur über externe Dienstleister überhaupt einen Fuß in ein Unternehmen (bzw eine gewisse Abteilung) bekommst. Ein ehemaliger Studienkollege musste zwei Jahre über einen Dienstleister bei seinem heutigen Arbeitgeber, einem großen Automobilhersteller, arbeiten, bevor er übernommen wurde.


    Also meine persönliche Meinung ist, dass Ingenieurdienstleister grundsätzlich nichts sind, wo man alt werden möchte. Aber als Einstieg für ein bis zwei Jahre sind die gar nicht so schlecht, da man a) sich erstmal orientieren kann und b) viel Erfahrung sammelt.

    Interessante und wahrscheinlich (je nach Dienstleister) auch zutreffende Ansicht.

    Mich würde generell interessieren, wie eine Anstellung bei einem Dienstleister auf Unternehmen wirkt, wenn es um eine Festanstellung geht.

    Ich hatte mal ein interessantes Gespräch diesbezüglich mit einem Ingenieur, der mir deshalb von Dienstleistern abgeraten hat, da dies bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen negativ gewertet wurde.

    Wenn man dann nicht das Glück hat, während des Projektes übernommen zu werden, ist man auch schnell in einem Teufelskreis.

  • Mich würde generell interessieren, wie eine Anstellung bei einem Dienstleister auf Unternehmen wirkt, wenn es um eine Festanstellung geht.

    Ich hatte mal ein interessantes Gespräch diesbezüglich mit einem Ingenieur, der mir deshalb von Dienstleistern abgeraten hat, da dies bei zukünftigen Bewerbungsgesprächen negativ gewertet wurde.

    Das klingt interessant. Habe ich bisher noch nie gehört. Weißt du noch, weshalb das negativ gewertet wurde?

    Hinweis: Die verwendeten Bezeichnungen Student, Vertreter, Absolvent, Professor o.ä. sind geschlechtsneutral zu verstehen und für Männer wie Frauen gleichermaßen gültig.
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